Physik Bootcamp
Summer Course for High School Students in Vienna
Dieser Workshop zielt darauf ab, die Teilnehmer*innen auf die Teilnahme an Wissenschaftswettbewerben in den Bereichen Astronomie, Physik und Engineering vorzubereiten. Der Schwerpunkt liegt auf anspruchsvollen physikalische Probleme, an die mit Schulkenntnissen herangegangen wird.
Das Programm fokussiert auf Theorie, Praxis und Diskussion. Der erste Tag dient dazu, dass sich Kursleiter und die Schüler*innen kennenzulernen und Erfahrungen austauschen. Es werden Tipps zur inhaltlichen Vorbereitung auf Wissenschaftswettbewerbe vermittelt, aber auch Strategien, um selbstbewusst an die Wettbewerbe heranzugehen.
Der Kurs wird in Innsbruck durchgeführt.
Format und Themen
Jeder Tag des Workshops beginnt mit einem theoretischen Teil, gefolgt von der gemeinsamen Bearbeitung einer anspruchsvollen Aufgabe. Die Schüler*innen haben dann die Möglichkeit, Fragen zu stellen und das Gelernte zu festigen. Anschließend werden 2-3 Aufgaben zur selbständigen Bearbeitung gegeben, die danach gemeinsam besprochen werden. Zum Abschluss wird eine knifflige Aufgabe als Gruppe gelöst werden. Die Aufgaben sind aus den folgenden Bereichen:
Relativgeschwindigkeit
Kreisbewegung
Energie- und Impulserhaltungssatz
Kinematik
Statik
Dynamik und Hydrodynamik (Magnus-Effekt, Bernoulli-Gleichung)
Elektrotechnik
Das Ziel des Workshops ist einerseits eigenständiges Arbeiten zu fördern und andererseits zu lernen, wie man als Team an herausfordernde Probleme herangehen kann. Während des Unterrichts sollen die Schüler*innen offen und bereit zu Diskussionen, Experimenten und Brainstorming sein. Am letzten Tag des Workshops wird ein Thema bearbeitet, das die Schüler*innen besonders interessiert.
Insgesamt ist der Workshop auf eine praxisorientierte Herangehensweise ausgelegt, um den Schüler*innen praktische Fähigkeiten und Techniken zu vermitteln, mit denen sie - nicht nur in Wettbewerben - erfolgreich an Probleme herangehen können.
Der Kurs wird auf Deutsch gehalten.
»Beim Überfliegen von Punkt A überholte der Helikopterpilot den Ballon, der vom Wind entlang der Flugbahn des Helikopters getrieben wurde. Nach 0,5 Stunden drehte der Pilot um und traf den Ballon später in einer Entfernung von 30 km von Punkt A. Wie hoch war die Windgeschwindigkeit?.«
Quelle: Tschernivtsi Physikolympiad 2018, 2. Etappe, 8. Schuljahr
Laborbesichtigungen
Teilnehmer*innen werden das Roboterlabor mit industriellen programmierbaren Robotern im Zentrum für Produktion, Robotik und Automatisierung besuchen. Dort erhalten sie eine Einführung in reale industrielle Prozesse und wie diese automatisiert werden können. Es besteht außerdem die Möglichkeit, die Grundlagen der Roboterprogrammierung zu erlernen.
Termine
Der Kurs wird von 17. bis 28. Juli jeweils zwischen 9:00 und 13:00 durchgeführt.
Kursleitung
Pavlo Slyvka wurde 2002 in Tschernowitz in der Westukraine geboren. In 2020 hat er das Lyzeum #1 von Tschernowitz abgeschlossen.
Während seiner Schulzeit hat Pavlo an vielen Physik-, Programmier- und Astronomieolympiaden teilgenommen, auch zweimal an der allukrainischen Physikolympiade. 2019 hat Pavlo sowohl in der Physik- als auch in der Astronomieolympiade seiner Heimatstadt den 1. Platz gewonnen.
Weiters hat Pavlo mit großem Erfolg an projektorientierten Wissenschaftswettbewerben teilgenommen. Sein Forschungsprojekt Kontaktloser Detektor von Schwingungen hat Pavlo an der International Conference of Young Scientist in Malaysia vorgestellt und damit den 2. Platz gewonnen. Am allukrainischen Wettbewerb der Jungen Akademie der Wissenschaften hat er den 3. Platz im Bereich Ingenieurwesen belegt. Sein 3. Platz bei der Konferenz Zukunft der Ukraine hat Pavlo die Möglichkeit gegeben, mit einer ukrainischen Delegation CERN zu besuchen und dort über Kernphysik zu lernen.
Was Pavlo am meisten begeistert, ist das Lösen komplexer physikalischer Probleme, die oft sehr ähnlich zu den Problemen sind, denen Ingenieure im Alltag begegnen. So ist Pavlo darauf gekommen, Ingenieurwesen zu studieren.
Seit Oktober 2022 studiert Pavlo Mechatronik am Management Center Innsbruck. Vorher hat er schon zwei Jahre lang Programmieren am Lwiw Polytechnikum studiert und damals auch ein Jahr im Startup Jiggle Inc. als iOS-Programmierer gearbeitet.
2023 hat Pavlo das IV-MINT-Stipendium 2023 für High-Potentials aus der Ukraine gewonnen.
In der Zukunft möchte Pavlo sein Ingenieurwissen und seine unternehmerischen Fähigkeiten verbinden. Dadurch erhofft er sich neue Technologien zu entwickeln und einzusetzen, um das Leben anderer zu verbessern. Er den Traum, ein Zentrum für Ingenieurwissenschaften zu eröffnen, wo neugierige Student*innen sowohl Fachwissen von erfahrenen Ingenieur*innen erhalten und passende Arbeitsplätze finden können, als auch selbst neue Produkte entwickeln, die sie in Produktionslinien zum Leben erwecken.
Pavlo ist besonders am Luft- und Raumfahrtbereich interessiert. Hier möchte er eine ökologische Alternative zu Düsentriebwerken entwickeln.